Sommer

Spannend, wohin mich das Zeichnen führt. Zuletzt hat es Erinnerungen an meine sommerlichen Kindertage wachgerufen. Wir verbrachten die Sommertage immer in einer Hütte an einem See . Der Bauer hatte sie seinem ehemaligen Knecht – damals nannte man Landarbeiter so – zur Verfügung gestellt und wir mieteten die 2 Zimmer im Obergeschoß. Alles war sehr einfach, der Vorraum diente als Küche mit zwei Spirituskochern und zwei Eimern für den Abwasch. Ein Plumpsklo befand sich draußen.

Ich fürchtete mich etwas vor unserem Vermieter. Er trug stets dunkle abgetragene Kleidung, rauchte “Austria3” und trank gerne Bier. Morgens wusch er sich Gesicht, Hände und Füße im See. Erst später erfuhr ich von seinem tragischen Ende. Beim Überqueren der Straße wurde er von einem Auto erfaßt und in den Straßengraben geschleudert. Er wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Dort verabreichte man ihm ein heißes Bad, und dieses hat er nicht überlebt.

Für uns Kinder war das Leben auf dem Bauernhof toll. Wir konnten tun, was wir wollten, das große Grundstück gab vieles her, wir konnten im See baden, den Kuhstall besuchen – in Badehose und Gummistiefel – und auf dem Heuboden klettern. Die Mahlzeiten wurde auf der Wiese vor dem Haus eingenommen und strukturierten den Tag. Wir waren ständig unterwegs mit den Sprößlingen anderer Sommergäste. Alles spielte sich im Freien ab. Uns wurde nie langweilig. Smartphones und Computer gab es noch nicht, die Abenteuer fanden wir in dem, was wir taten.

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