Zen Garten

Die karge Schönheit eines Zengartens ist etwas ganz Spezielles. Die Sinne werden nicht von rauschenden Farben und Formen überschwemmt. Es gibt ein paar Steinblöcke und von Mönchen zu Wellenlinien geharkten Kies. Assoziationen von Wasser werden hervorgerufen, obwohl alles nur Stein ist.Der Garten ist voll Stille, läd ein zur Meditation und kann den Betrachter auch ordentlich auf sich selbst zurückwerfen. Auch wenn ich nie einen Zengarten besucht habe – selbst die Gedanken, die durch das Betrachten von Abbildungen hervorgerufen werden, haben eine gewisse Kraft.

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Roll Me Up And Smoke Me When I Die

“Roll Me Up And Smoke Me When I Die” – dieser schräge Songtitel von Willie Nelson bezieht sich auf mediale Fehlmeldungen, dass Nelson verstorben sei. Als Singer/Songwriter antwortet er mit einem Lied. Ich bewundere und beneide ja Menschen, die es vermögen, sich mittels eines Songs – dieser faszinierenden minimalistischen Kunstform, bei der in wenigen Minuten eine Stimmung geschaffen und Aussagen, Gefühle, Beobachtungen textlich beschrieben werden – auszudrücken. Nelson ist ein Meister darin, mit einfachen Worten pointiert und zielgenau zu formulieren, und, begleitet von seiner Partnerin – der nach jahrzehntelangem Gebrauch abgenutzten Gitarre namens Trigger – Inhalte rüberzubringen. Die spezifische Phrasierung seines Gesangs sorgt für eine swingende Leichtigkeit und die Prägnanz seiner Texte lässt mich immer wieder staunen..

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Sommer

Spannend, wohin mich das Zeichnen führt. Zuletzt hat es Erinnerungen an meine sommerlichen Kindertage wachgerufen. Wir verbrachten die Sommertage immer in einer Hütte an einem See . Der Bauer hatte sie seinem ehemaligen Knecht – damals nannte man Landarbeiter so – zur Verfügung gestellt und wir mieteten die 2 Zimmer im Obergeschoß. Alles war sehr einfach, der Vorraum diente als Küche mit zwei Spirituskochern und zwei Eimern für den Abwasch. Ein Plumpsklo befand sich draußen.

Ich fürchtete mich etwas vor unserem Vermieter. Er trug stets dunkle abgetragene Kleidung, rauchte “Austria3” und trank gerne Bier. Morgens wusch er sich Gesicht, Hände und Füße im See. Erst später erfuhr ich von seinem tragischen Ende. Beim Überqueren der Straße wurde er von einem Auto erfaßt und in den Straßengraben geschleudert. Er wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Dort verabreichte man ihm ein heißes Bad, und dieses hat er nicht überlebt.

Für uns Kinder war das Leben auf dem Bauernhof toll. Wir konnten tun, was wir wollten, das große Grundstück gab vieles her, wir konnten im See baden, den Kuhstall besuchen – in Badehose und Gummistiefel – und auf dem Heuboden klettern. Die Mahlzeiten wurde auf der Wiese vor dem Haus eingenommen und strukturierten den Tag. Wir waren ständig unterwegs mit den Sprößlingen anderer Sommergäste. Alles spielte sich im Freien ab. Uns wurde nie langweilig. Smartphones und Computer gab es noch nicht, die Abenteuer fanden wir in dem, was wir taten.

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Mondlandung

Als ich ein Kind war, verbrachten wir mit der Familie die Sommerferien immer auf einem Bauernhof. Dort gab es ein Gastzimmer mit einem Fernseher – schwarzweiß, versteht sich. Ab und zu lief dort ein Programm mit vereinzelten Zusehern, und ich schlich mich dorthin, obwohl das meine Eltern nicht gerne sahen. Ein einziges Mal waren alle versammelt – alle Sommergäste und die bäuerliche Familie: Es war die Liveübertragung der Mondlandung, die alle vor den Bildschirm lockte. Ich erinnere mich noch gut an die knisternde Spannung, die den Raum füllte, und als der erste Astronaut mit diesen zeitlupenartig-federnden Schritten über die Mondoberfläche spazierte, gab es Applaus.

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Der Träumer

Ich war immer fasziniert vom Rauschen des Meeres, diesem monotonen, an- und abschwellenden Zischen der Wellen, das trotz unzähliger Wiederholungen nie ganz gleich ist. Mal ist es kürzer, mal länger, mal weicher, mal härter, mal aufbrausend und dann fast lautlos. Und ich habe immer Menschen beneidet, die mit diesem Geräusch aufgewachsen sind und damit leben.

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In den Bergen

Immer dann, wenn ich mehrere Tage in den Bergen gewandert bin, sind meine Probleme geschrumpft. Die Distanz zum Alltag, die langsame Fortbewegung durch die Natur, die Reduzierung der Reize und die Ruhe haben mich mehr als teil eines Ganzen empfinden lassen. Das Ich hat sich verkleinert und hat sich irgendwie an die Natur angebunden.

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Pizza to go

Der Chef des Einpersonenbetriebes kommt aus Pakistan, ist ein netter Kerl und alles, was er zubereitet, zeichnet sich aus durch einen sehr feinen Geschmack. einfach mit Liebe gebacken und gekocht. Immer gibt es auch ein Tagesgericht – diesmal veganen Gemüseeintopf – und ich bestelle 2 Portionen zum mitnehmen. ich frage nach den Gewürzen; Iingwer, Knoblauch, Kurkuma, Koriander und etwas Kreuzkümmel. 

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sometimes I wonder…

sometimes I wonder, where all my creatures, flooding my drawings, come from. It´s really fun sitting down just following my intuition. With an empty mind phantasy starts to fly like a bird. The lines seem to be created by themselves in an easy and unpredictable way. The movements of my graphite pencil seem to be directed by something else, not by myself.