Fliegen und fallen, fallen und fliegen

Eines Tages befestigte mein Vater eine Schaukel an einem Ast unseres alten riesigen Nussbaums. Bald genoß ich das Schaukeln, diesen Wechsel aus Fallen und Fliegen. Ich entdeckte das Abenteuer, im Flug abzuspringen. Man mußte nur den richtigen Moment erwischen, um sicher zu landen. 

Später wurde der Nußbaum mein Kletterparadies. Ich fand verschiedene Routen durchs Geäst. Der Baum wurde meine Welt. Dort fühlte ich mich sicher, fühlte ich mich zu Hause. Ich fühlte mich stark und selbstbewußt. Ich wurde zu einer Art „Baron auf den Bäumen“ – dieses von Italo Calvino stammende großartige Buch über einen Jugendlichen, der vor dem Alltag flieht um den Rest seines Leben auf Bäumen zu verbringen. Als sein Ende naht, ergreift er das Seil eines zufällig vorbeischiebenden Ballons und ward nie mehr gesehen. Er hatte es geschafft, ab dem Zeitpunkt seiner Flucht in die Bäume kein einziges Mal mehr die Füße auf den Boden zu setzen.

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